Editorial Design

Wabi Sabi – Wabi sehen. Wabi verstehen. Wabi leben.

  • Auszeichnung
  • Talents

Auftragnehmer

Sarah Bastigkeit
behance.net/sarahbastigkeit

Zeulenroda-Triebes

Auftraggeber

Hochschule Trier
Fachbereich Gestaltung
Kommunikationsdesign
Prof. Andreas Hogan
hochschule-trier.de

Trier

projektbeschreibung

Wabi Sabi beschreibt eine der ältesten Lebensphilosophien und Ästhetikvorstellungen Japans. Das vom Zen-Buddhismus geprägte Konzept wird allgemein gerne als „die Bezeichnung der Schönheit unvollkommener, vergänglicher und unvollständiger Dinge“ definiert. In einer kurzen Zeitreise führt das Buch „Wabi Sabi – Wabi sehen. Wabi verstehen. Wabi leben.“ vom Bau des ersten zen-buddhistischen Tempel Japans hin bis zur heutigen beständigen Notwendigkeit, der durch Wabi Sabi geprägten Lebensführung.

Das Buch gibt einen umfassenden Einblick in die Philosophie Wabi Sabi’s und wie wir diese auf unser eigenes Leben übertragen können. Es werden verschiedene Kreative vorgestellt, deren Arbeit dadurch direkt oder indirekt beeinflusst wurde und die Frage nach dem Zusammenspiel von Perfektion und Handwerkskunst wird neu aufgeworfen. Neben einer zurückhaltenden und minimalistischen Gestaltung erzeugen typografische Details Interesse, ein zweites Mal hinzusehen, um noch etwas Neues zu entdecken. Zudem wird die Gestaltung von analogen Fotografien begleitet, deren Hauptaugenmerk auf Details und Strukturen liegt, die von der Natur entweder so vorgegeben oder durch natürliche Alterungsprozesse entstanden sind. Des Weiteren spiegeln Ausschnitte künstlerischer Farbexperiment den spontanen ungeplanten Prozess wider und eingebundene abgerissen Seiten vermitteln im Kontrast Willkür und Rauheit.

jurystatment

Wie sehr haptische Elemente eines Printproduktes ein Thema unterstützen und auch zu Begehrlichkeit führen kann, wird bei der Arbeit „Wabi Sabi“ deutlich: Man möchte sie anfassen, erspüren und damit auch die Hintergründe des japanischen ästhetischen Konzepts taktil begreifen. Die Annäherung an dieses Thema erfolgt bereits durch einen visuell starken Schutzumschlag, hinter dem sich ein „leises“, gelasertes Buchcover verbirgt.

Die kurze Zeitreise führt dann auf 84 Seiten vom Bau des ersten zen-buddhistischen Tempel Japans bis zu den Einflüssen dieser Philosophie in die heutige Kulturlandschaft. Der feinfühlige Umgang mit Typografie, Raumaufteilung und Bildauswahl lässt einen faszinierenden Spannungsbogen entstehen und vermittelt dadurch die Philosophie der schlichten Ästhetik bereits auf den ersten Blick. Formale Elemente sorgen wiederum für Überraschungsmomente und bewusste Brüche: Die Leserin oder der Leser wird manches Mal gezwungen, das Layout zu drehen oder stolpert über abgerissene Seiten. Eine ganzheitliche Arbeit, die mehr als nur den Sehsinn bedient und dadurch beeindruckt.

Bettina Schulz