Bewegtbild

Monomythos

  • Auszeichnung
  • Talents

Auftragnehmer

Andrés Acosta Blaschitz
behance.net/acostablaschitz

Mainz

Auftraggeber

Hochschule Mainz
Fachbereich Gestaltung
Zeitbasierte Medien
Prof. Anja Stöffler
hs-mainz.de

Mainz

Projektpartner

Willi Bücking
Mohamed Ali Ben Mansour
Ennie Petersen

projektbeschreibung

„Monomythos“ ist eine sogenannte Motion Collage, die sich der Thematik der Flüchtlingssituation Deutschlands widmet. Die Animation basiert auf die Unbekannte-Welt-Etappen der Heldenreise nach dem US-amerikanischen Drehbuchautor Christopher Vogler. Aus der reinen Ungewissheit zu diesem Thema trotz seiner Relevanz wurde folgend ein audiovisuelles Projekt konzipiert, das die Gefühle der Geflüchteten mit dem oben genannten Dramaturgie-Schema miteinander verbindet.

Die herzerwärmende Heldenreise zeichnet sich ausführlich durch die musikalische Untermalung des in L.A. ansässigen Musikers „Feverkin“ aus. Als Inspirationsquelle für die sensible Stimmung der Animation liegt ein Interview mit dem Geflüchteten Mahamuod Abdi aus Somalia und seinem Paten Thomas Strohalm zugrunde. Bei der Animation ist eine Symbiose-Thematik inszeniert worden, die sich völlig von den audiovisuellen Werken im Netz abgrenzt und die darauf zielt, Vorurteile, die manchmal bei dem Thema „Flüchtlinge” hervorgerufen werden, zu verweigern.

Zwar ist die Flüchtlingssituation Deutschlands in den letzten Jahren zu einem Alltagsthema geworden, jedoch heißt das nicht, dass der heldenmütige Charakter der Geflüchteten unterschätzt werden soll. Ziel des Projektes ist es daher, Bewusstsein diesbezüglich zu stärken, denn diese Thematik zeichnet eine politische Ära aus, die langsam zu Ende geht und die aber die Geschichte Deutschlands geprägt hat und noch prägen wird.

jurystatment

Die vorsichtig gezupften Töne einer afrikanischen Stegharfe, darüber die Stimme eines somalischen Flüchtlings, der uns in wenigen Sätzen von der Motivation, den Hürden, den Rückschlägen, Ängsten und den Erfolgen auf seinem Weg zu einer Aufenthaltserlaubnis in Deutschland berichtet. Auf dieser gerade mal eineinhalb Minuten langen Tonspur entwickelt Andrés Acosta Blaschitz eine animierte Heldenreise in fünf Akten. Dabei folgt er in extrem verdichteter Form den archetypischen Grundmustern und Erzählstrategien von Hollywood-Blockbustern, wie sie in zahllosen Drehbuchratgebern gelehrt und von den großen Studios umgesetzt werden. Visuell eine Mischung aus Collagetechniken der klassischen Moderne, dadaistischer Typografie und Motiondesign entsteht so ein engagierter Kommentar, der uns an die realen Heldengeschichten erinnert, die wir auf dem Weg ins Hochglanzkino beinahe vergessen hätten. Eine gelungene Symbiose aus Kurt Schwitters, Dokfilm und Miniaturhollywood.

Arne Dechow